Beethoven

Konzertdramaturgie

WWas ist eigentlich Dramaturgie? Noch dazu im Konzertbereich? Hier wie auch in der Oper oder im Schauspiel ist der Dramaturg sozusagen der theoretische Gegenpart zum ausübenden Künstler, zum Interpreten – und im besten Fall ergänzen sich beide so, dass eine für alle Beteiligten spannende und überzeugende Aufführung entsteht.

Meine Aufgabe als Dramaturgin ist: Brücken bauen. Zwischen den Musikern und dem Werk, zwischen gastierenden Künstlern und dem Orchester oder einem auswärtigen Veranstalter, vor allem aber zwischen den Musikern und dem Publikum. Das kann auf ganz unterschiedlichen Ebenen geschehen, denn jeder Zuhörer hat eigene Bedürfnisse und bringt unterschiedliche Erfahrungen mit. Und jede Zielgruppe verdient eine individuelle Ansprache und Form der Vermittlung.

Mein Medium ist in erster Linie die Sprache: in Schriftform im Rahmen von Programmheften, Presse- und Werbetexten, als gesprochene Sprache in

Moderationen, Konzerteinführungen oder auch im alltäglichen Gespräch mit Musikern und mit dem Publikum. Eine ausgesprochen kommunikative Aufgabe, die mich begeistert: Musik weiterzugeben, Zugänge zu öffnen.

Darüber hinaus ist meine Aufgabe auch eine konzeptionelle: Gemeinsam mit den Künstlern, aber auch mit Intendanten und Geldgebern geht es um die Frage, für wen, wie, wo (und warum) welche Musik gemacht werden soll. Wer sind unsere Zielgruppen und wie erreichen wir sie? Wie stärken wir unser Profil? Welche neuen Zielgruppen wollen wir uns erobern? Welchen künstlerischen Herausforderungen wollen wir uns stellen?

Dramaturgie ist für mich auch Kulturmanagement. Denn zukunftstaugliche Konzepte, die die eigenen Stärken betonen, die offen für Neues bleiben und die vor allem das Publikum stets im Blick behalten, sind für Künstler längst überlebenswichtig geworden. Die Musik selbst und unsere eigene Begeisterung als größtes Kapital sollte dabei stets im Mittelpunkt stehen.

Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.

Friedrich Nietzsche